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Botschafter auf Kondolenzbesuch Saudi-Arabien sagt Sachsen-Anhalt jede Unterstützung bei Aufklärung von Amokfahrt zu

Das Herkunftsland des Attentäters von Magdeburg will Sachsen-Anhalt mit Erkenntnissen helfen. Ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss könnte schon bald darauf zurückkommen.

Von Alexander Walter Aktualisiert: 26.02.2025, 18:02
Prinz Abdullah bin Khaled Al Saud mit Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in der Magdeburger Staatskanzlei.
Prinz Abdullah bin Khaled Al Saud mit Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) in der Magdeburger Staatskanzlei. Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Magdeburg - Nach der Amokfahrt eines aus Saudi-Arabien stammenden Arztes auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt mit sechs Toten und rund teils schwer 300 Verletzten war der Botschafter Saudi-Arabiens, Prinz Abdullah bin Khaled Al Saud, am Mittwoch zu einem Kondolenzbesuch in Magdeburg. Dabei trug er sich in das Gästebuch der Landesregierung ein und traf Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). „Der Botschafter hat uns jegliche Unterstützung bei der Aufklärung des Anschlags zugesagt“, sagte Haseloff nach einem rund einstündigen Gespräch mit Al Saud. Ins Gästebuch schrieb Al Saud außerdem auf Englisch:

„Glücklich, die liebenswerte Stadt Magdeburg zu besuchen“

„Ich bin glücklich die liebenswerte Stadt Magdeburg zu besuchen. Ich wünsche den Menschen von Sachsen-Anhalt Segen und Wohlstand.“ Wie die Staatskanzlei informierte, hatte die saudische Botschaft selbst um den Kondolenzbesuch gebeten, um die Anteilnahme des Landes zu bekunden.

Parlamentarischer Untersuchungsausschuss könnte Akten von Saudi-Arabien erbitten

Denkbar ist nach der Zusage Al Sauds etwa, dass ein im Februar neu eingerichteter Parlamentarischer Untersuchungsausschuss im Landtag Erkenntnisse des saudischen Geheimdienstes zum Täter Taleb A. über das Auswärtige Amt erbitten könnte. Saudi-Arabien hatte die deutschen Behörden früh vor der Amokfahrt auf A. aufmerksam gemacht und dessen Auslieferung beantragt. Laut „Spiegel“ erhielten die deutschen Behörden insgesamt drei Hinweise aus Riad. Darauf sollen die Behörden allerdings nicht reagiert haben.

Saudischer Geheimdienst hatte früh vor Attentäter Taleb A. gewarnt

In sozialen Netzwerken präsentierte sich Taleb A. als Kritiker des Islam und des saudi-arabischen Staates. Den deutschen Behörden warf er vor, nicht genügend gegen die Ausbreitung des Islamismus zu tun. Schon 2017 hetzte er gegen Saudi-Arabiens Regierung. Zuletzt wurden seine Posts bei X zunehmend aggressiv und drohend auch Deutschland gegenüber: „Würden Sie es mir verübeln, wenn ich wahllos 20 Deutsche töten würde, weil Deutschland gegen die saudische Opposition vorgeht?“, schrieb er etwa im Dezember 2023 - ein Jahr vor dem Anschlag von Magdeburg.