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Radsport-Legende Liebe im hohen Alter: Täve Schur zeigt sich glücklich mit seiner neuen Partnerin

Täve Schur ist einer der bekanntesten DDR-Sportler. Die Radsport-Legende aus Heyrothsberge nahe Magdeburg hat mit Karin eine neue Frau an seiner Seite. Die war auch bei seinem 94. Geburtstag mit dabei.

Von Willy Weyhrauch/DUR Aktualisiert: 02.04.2025, 19:48
Radsport-Legende Täve Schur ist verliebt.   
Radsport-Legende Täve Schur ist verliebt.    Foto: dpa

Heyrothsberge. - Der ehemalige Weltklasse-Radrennfahrer Täve Schur ist auch im hohen Alter von 94 Jahren noch in einer glücklichen Partnerschaft. Seine Karin kommt ebenfalls aus Heyrothsberge. Gerade erst feierten die beiden zusammen den 94. Geburtstag der Radsport-Legende, wie unter anderem im MDR zu sehen war.

Bei der Feier im Friedensfahrtmuseum in Klein Mühlingen war seine Karin natürlich dabei, als Täve Schur gemeinsam mit Weggefährten auf sein Leben anstieß. "Der wird immer lieber", beantwortete sie keck die Frage, ob Schur sich verändert habe.

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Täve Schur spricht von einer vernünftigen Beziehung

Die Liebesgeschichte der beiden ist etwas Besonderes. Denn Schicksalsschläge führten sie zusammen, wie sie vor ein paar Monaten bei einem Besuch dieser Zeitung verrieten.

Täbe Schur und seine neue "Liebe": Karin.
Täbe Schur und seine neue "Liebe": Karin.
Foto: Schur

Er selbst bezeichnete seine Karin dabei nicht als die zweite große Liebe, das würde seiner 58-jährigen Ehe nicht gerecht werden. Für ihn sei es eine vernünftige Beziehung. „Uns haben die Liebe und Schicksalsschläge zusammengeschweißt, die wir beide erlebt haben“, beschrieb Täve die neue Beziehung.

Karin war Verkäuferin in Heyrothsberge und kennt Täve Schur schon länger

Die beiden kennen sich schon länger. Die heute 83-jährige Karin arbeitete früher gemeinsam mit Schurs Ehefrau Renate im örtlichen Konsum. Somit war man sich schon das ein oder andere Mal über den Weg gelaufen.

Neben den täglichen Herausforderungen im Alltag unterstützen sie sich bei allem, was im Haushalt anfällt, erzählten sie beim Besuch vor einigen Monaten. Besonders froh sei er darüber, dass Karin ein Händchen für Papierkram hat, so Schur. Das habe früher Renate für ihn erledigt.

Täve Schur schreibt immer noch fleißig Autogramme für seine Fans.
Täve Schur schreibt immer noch fleißig Autogramme für seine Fans.
Foto:  Schur

Regelmäßig würden ihn auch seine Kinder besuchen. „Mit den Kindern versteht Karin sich bestens“, sagte Täve. Ans Zusammenziehen dachten die beiden seinerzeit nicht, doch über Urlaube sprachen sie gern. Wobei ihre Interessen dabei etwas auseinandergehen: Karin liebt die See.

„Sie zieht es eher ans Meer, meins ist das überhaupt nicht“, erklärte Täve. Ihr zuliebe wäre er aber auch dazu bereit. Bislang sitzt er bei den Touren noch am Steuer. Doch in Zukunft kann er sich vorstellen, nach und nach auf dem Beifahrersitz Platz zu nehmen.

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Die Frage nach der Gesundheit winkte er kurzerhand ab. „Man wird nicht alt, weil man alt wird, man wird alt, wenn man sich weniger bewegt“, erklärte er sein Lebensmotto. Früher hätte das Gehirn den Körper angetrieben, heute bewege der Körper das Gehirn. Aber er wolle nicht klagen.

Radsportlegende Täve Schur hat Not-OP gut überstanden

Den Sturz von der Leiter vor knapp zwei Jahren hat er gut überstanden, wie er gerade erst in der MDR-Sendung "Riverboat" berichtete. Damals rettete ihm eine Not-OP das Leben. Dass er mit 94 Jahren noch so gut unterwegs ist, verdankt er dem Sport und regelmäßiger Bewegung. Das sei für die Gesundheit das Wichtigste. Mit Haferflocken, Kaffee und Zeitung startet er in den Tag.

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Danach erledigt er den Haushalt, sammelt die Kienäpfel von der Straße oder signiert Fanpost. „Manchmal habe ich das Gefühl, viele senden mir Post zu, weil sie denken, es ginge nicht mehr lange“, scherzt er mit einem Augenzwinkern. Doch der 94-Jährige wirkt vital, geistig fit und ist immer auf dem Sprung.

Friedensfahrt für Täve Schur prägendes Erlebnis

Bekannt geworden ist Gustav „Täve“ Schur mit gewonnen Titeln, von denen andere nur träumen. 1956 errang er und sein Team im Straßenmannschaftsfahren olympisches Bronze in Melbourne, vier Jahre später Silber in der italienischen Hauptstadt.

Doch zur Legende brachte er es im Weltmeisterschaftsrennen 1960. In der Spitzengruppe rangen sein Freund Bernhard Eckstein, der belgische Sprinter Willy Vanderberghen und er um jeden Millimeter. Doch beim nächsten Antritt überließ Schur dem Freund den Titel.

Abseits der Erfolge sei für ihn die Friedensfahrt eines der prägendsten Erlebnisse gewesen. Das Fahren über Ländergrenzen hinweg, das war für ihn großartig. „Wir sind alle gleich, wir alle haben dieselben Sorgen“, sagt Schur nachdenklich das Ereignis.