Fußball Brasiliens Nationaltrainer Dorival Júnior entlassen
Die herbe Niederlage beim Südamerika-Klassiker war der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Die Seleção trennt sich von ihrem Trainer. Ein möglicher Nachfolger soll aus dem Ausland kommen.

Rio de Janeiro - Nach der deutlichen Niederlage gegen Erzrivale und Weltmeister Argentinien ist Brasiliens Nationaltrainer Dorival Júnior entlassen worden. Der 62-Jährige sei nicht mehr für die Nationalmannschaft verantwortlich, teilte der brasilianische Fußballverband (CBF) über die Plattform X mit.
„Wir sind sehr dankbar für die Arbeit, die er mit der Nationalmannschaft geleistet hat, und wünschen ihm viel Erfolg für seine weitere Karriere“, sagte CBF-Präsident Ednaldo Rodrigues. Fortan werde daran gearbeitet, einen Nachfolger zu finden.
Schlechte Leistungen und Ergebnisse hatten Dorival schon seit vergangenem Jahr unter Druck gesetzt. Nach der 1:4-Schmach in der WM-Qualifikation gegen Argentinien am Dienstag hatte sich die Situation weiter verschärft. Es war das erste Mal seit über 60 Jahren, dass der Rekordtitelträger mit drei Toren Unterschied gegen Argentinien verlor.
Beide Teams mussten bei der Begegnung in Buenos Aires auf ihre jeweiligen Superstars Lionel Messi und Neymar verzichten. „Wir müssen alles neu überdenken“, hatte Stürmer Vinícius Júnior nach der Niederlage im südamerikanischen Prestigeduell gesagt.
Mit der Entlassung muss sich die Seleção mit ihrem vierten Trainer nach der WM Ende 2022 auseinandersetzen. Nach dem Rücktritt von Tite hatte Brasilien 2023 Ramon Menezes und Fernando Diniz als Interimstrainer, bevor im Januar 2024 Dorival verpflichtet wurde. In 16 Spielen unter ihm hat die Seleção sieben gewonnen, sieben unentschieden gespielt und zwei verloren.
Portugiese Jorge Jesus als Favorit
Laut „O Globo“ soll Carlo Ancelotti von Real Madrid Ednaldos Favorit sein, um die Nationalmannschaft etwa ein Jahr vor der nächsten Weltmeisterschaft zu übernehmen. Aber die Verhandlungen seien nicht einfach, da der Italiener die Königlichen nicht vor der Club-WM im Juni und Juli verlassen würde, berichtete die Zeitung.
Deshalb soll Jorge Jesus vom saudischen Klub Al-Hilal einer der Topkandidaten sein. Der Portugiese habe sich bereit erklärt, die saudische Mannschaft vor der Weltmeisterschaft zu verlassen, hieß es. Stürmerstar Neymar wurde vor seiner Rückkehr zum FC Santos bei Al-Hilal von Jorge Jesus ausgemustert.