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Judo Verletzungspech und Medaillenglück

Die besten Judokas aus Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt trugen die Mitteldeutschen-Meisterschaften der AK U15 aus.

Von Martin Wolff 24.06.2017, 00:00

Schmölln/Wanzleben l Vier Wochen zuvor hatten sich die Sportler durch eine Platzierung bei den Landesmeisterschaften in ihrem jeweiligen Bundesland für diesen Ausscheid qualifiziert.

Vier Startern des BSV Wanzleben war die Qualifikation geglückt, zwei von ihnen traten in Begleitung ihres Trainers Roland Bernhardt zum Wettkampf um die begehrten Medaillen an. Da es in der AK U15 keine Deutschen Meisterschaften gibt, ist dies der wichtigste Wettbewerb des Jahres. Ein Erfolg in diesem Turnier ist für viele Sportler ganz großes Ziel ihrer Trainingsbemühungen.

Zunächst stellte sich Lisa-Marie Ganß der Herausforderung. In der gut besetzten Klasse bis 63 kg stand sie in der ersten Begegnung Sarah Lorenz vom Döbelner SC gegenüber. Konsequent erarbeitete sich Lisa eine aussichtsreiche Position und konnte ihre Gegnerin schließlich mit einer Hüfttechnik werfen. Dafür bekam sie die entscheidende Wertung und zeigte im weiteren Verlauf noch eine starke Bodenarbeit. Trainer Roland Bernhardt zeigte sich mit Lisas Leistung sehr zufrieden: „Sie hat genau das umgesetzt, was wir in den letzten Wochen gemeinsam erarbeitet haben. Schön, dass sie damit erfolgreich war.“ Im zweiten Kampf hatte Lisa dann aber großes Pech. Gegen den schwer zu verteidigenden Stil der späteren Turniersiegerin und Mitteldeutschen Meisterin Jessica Treichel vom TSV 1862 Schildau arbeitete Lisa zunächst ordentlich. Dennoch geriet sie bei einer Verteidigungshandlung ins Stolpern und fiel sehr unglücklich. Dabei verletzte sich Lisa so schwer, dass sie noch am Wochenende in der Magdeburger Uniklinik operiert werden musste. Der Verein wünscht ihr gute Genesung und die Zuversicht, dass bei gutem Heilungsverlauf schöne Sommerferien auf sie warten. Mit dem sehr guten fünften Platz bei ihrer ersten MDEM hat Lisa auch überregional ihre Klasse als Sportlerin gezeigt.

Für Kuno Wolff war es die dritte Teilnahme bei einer Mitteldeutschen Meisterschaft. Der frisch gebackene Landesmeister wollte dieses Mal seine erste Medaille von dieser Matte mitbringen. Mit zehn Kontrahenten war das 60 kg -Klassement gut besetzt. Erster Gegner für Kuno war Lennox Richter vom PSC Bautzen. Kuno startete hoch konzentriert, bereitete einen schnellen ersten Angriff gut vor und warf Richter nach wenigen Sekunden mit Uchi-mata (Schenkelwurf). Dafür gaben die Kampfrichter Ippon (große Wertung). Kuno hatte damit gewonnen. Sein nächster Gegner war Eric Graupner vom BZ Wartburgkreis, amtierender Landesmeister in Thüringen. In der in technischer Hinsicht auf Augenhöhe ausgetragenen Begegnung musste sich Kuno schließlich der physischen Präsenz Graupners geschlagen geben und geriet in einen Haltegriff, aus dem er sich nicht mehr befreien konnte.

So stand für Kuno das kleine Finale, der Kampf um Platz drei an. Gegen Niklas Stock aus Erfurt, Zweiter der Landesmeisterschaft, wurde von Kuno kämpferisch und konditionell alles verlangt. Keiner der beiden konnte eine Wertung erzielen. Am Ende wurde die Begegnung anhand der gegen Stock erteilten Strafpunkte (Shido) zu Wolffs Gunsten entschieden. „Kuno zeigt seit Jahren gute Leistungen. Ich freue mich, dass er endlich mit einer Medaille bei den Mitteldeutschen Meisterschaft belohnt wurde“, bilanzierte Trainer Roland Bernhardt am Ende eines langen Wettkampftages.

Ergebnisse BSV Wanzleben: Lisa-Marie Ganß 63 kg 5. Platz Kuno Wolff 60 kg 3. Platz