0340 Newsletter Dessau 20. Dezember #87 Warum Hundeluft auf die Mosigkauer Ergänzungswahl zum Ortschaftsrat Einfluss hat
Wie Roßlau zu einer Pyramide kam - Was -FDP-Chef Lindner gegen das Uba hat

die beiden Worte Mosigkau und Ergänzungswahl sorgen inzwischen für genervtes Durchatmen in der Stadt wie in der Redaktion. Ist dazu nicht langsam alles geschrieben? Das dachten wir schon öfter und auch zuletzt, bis uns vergangene Woche jemand auf den kleinen Ort Hundeluft aufmerksam machte.
Dort wurde vor ein paar Wochen ebenfalls der Ortschaftsrat komplettiert. Ein Einzelbewerber und eine Wählergemeinschaft traten an. Das Ergebnis war 133:136. Die Wählergemeinschaft erhielt die beiden zu vergebenden Sitze.
Moment. Ein so knappes Ergebnis und der Einzelbewerber geht leer aus? Sie erinnern sich? So sollte es auch in Dessau-Roßlau sein. Dort stand es nach der Auszählung aller Stimmen der Ergänzungswahl 1.244 zu 1.210. Im vorläufigen Endergebnis bekam die „Mosigkauer Bürgerschaft“ die zu vergebenden zwei Sitze zugesprochen, das Bündnis „Gemeinsam für Mosigkau“ keinen.
Einen Tag freute sich das Team um Ex-Ortsbürgermeister Uwe Jakob Weber. Bis Dessaus-Roßlaus Stadtwahlleiterin das Ergebnis korrigierte - und jeder Wählergemeinschaft einen Sitz zusprach. Was irgendwie auch logischer schien. Was Webers Chancen auf eine Wiederwahl zum Ortsbürgermeister aber deutlich verringerte.
Wer hat nun richtig gehandelt? Mosigkau oder Hundeluft? Die Landeswahlleiterin wollte die konkreten Fälle wegen Nichtzuständigkeit nicht bewerten, schlug sich mit einer allgemeinen Darstellung der Rechtslage aber auf die Dessau-Roßlauer Seite. Was der zuständige Coswiger Stadtwahlleiter konterte: „Wir können die Begründung zwar nachvollziehen, kommen aber bei unserer Prüfung zu einem anderen Ergebnis.“
Das wirft Fragen auf. Die derzeit nur vor einem Gericht geklärt werden können. Weber will dieses Weg gehen. Es ist sein gutes Recht. Mosigkau tut das aber nicht gut. In der Leserbriefspalte der MZ beharkten sich diese Woche die zurückgetretene Kurzeit-Ex-FDP-Ortsbürgermeister Karin Dammann und Webers Ehefrau, dann antwortete der stellvertretende AfD-Ortsbürgermeister Andreas Mrosek. Sie merken, es ist kompliziert - und es geht längst mehr um zwischenmenschliche denn um politische Dinge.
Ein Ausweg kenne ich nicht. Die Hoffnung auf einen Weihnachtsfrieden hilft nicht wirklich. Und trotzdem wäre es wohl gut, wenn alle Beteiligten über Weihnachten inne halten, das letzte halbe Jahr noch einmal in Ruhe sacken lassen und dann überlegen, wie dieser Ortschaftsrat wieder öfter für andere Schlagzeilen sorgen kann. In diesem Sinne, frohe Weihnachten, Steffen Brachert
PS: Der Newsletter pausiert zwei Wochen und erscheint das nächste Mal am 10. Januar. Ich wünsche einen guten Rutsch in das Jahr 2025. Bleiben Sie der MZ und dem Newsletter gewogen!
RÜCKBLICK
Dessau-Roßlauer der Woche
Roßlau hat ab sofort auch eine eigene Weihnachtspyramide. Die Besucher des Adventsmarktes auf der Wasserburg konnten diese am vergangenen Wochenende erstmalig bestaunen. Etwa drei Meter ist sie hoch - und auf dem Drehteller „wandert“ eine Schneemannfamilie durch den Winterwald. Ein Meter hohe Kerzen sorgen für heimeliges Licht, ein kleiner Elektromotor sorgt für die Bewegung.

Der 72-jährige Klaus Ritter hat die Pyramide mit Unterstützung von Günter Tuchen innerhalb eines Jahres gebaut. „Ich habe diese Pyramide aus dem Erzgebirge in klein zu Hause und habe sie maßstabsgerecht angepasst“, erzählt der gelernte Elektriker und Hobbytischler. Wie viele Stunden es gedauert hat? „Ich habe nicht gezählt. Wenn ich gebaut habe, habe ich gebaut. Es ist alles Handarbeit. Und wenn was nicht geklappt oder gepasst hat, habe ich solange probiert, bis es funktionierte“, berichtet Ritter.
Günter Tuchen ist Mitglied im Burgverein, Klaus Ritter ist in der Baubrigade des Vereins aktiv. Beide sind also mit der Wasserburg ihres Heimatortes eng verbunden. Die Pyramide muss auch deshalb nicht ihr letztes Projekt sein. Einen Schwibbogen für die Mauer in der Scheune könnte er sich noch vorstellen zu bauen, erzählt Ritter. „Mir fällt da schon was ein.
MZ-Geschichten der Woche
+++In Dessau lebende Syrer freuen sich mehrheitlich über den Sturz des ehemaligen Machthabers Assad, erzählen aber auch von Ängsten und bevorstehenden Herausforderungen, wie MZ-Kollegin Sophia Seifert in vielen Gesprächen erfuhr.
+++Der Stadtteil Roßlau in der Doppelstadt Dessau-Roßlau hat viele Jahre sein Bürgerbüro mit stabiler Besetzung und Öffnungszeit entbehren müssen. Das soll sich nun ändern. Am Montag wurde das neue Bürgerbüro offiziell eröffnet. MZ-Kollegin Silvia Bürkmann war dabei.

+++Seit 30 Jahren gibt es das Geschäft „Radprofi“ in der Dessauer Innenstadt. Was Radprofi Uwe Raab damit zu tun hat, wie Thomas Siegel ins Geschäft einstieg und was dieses in den drei Jahrzehnten durchmachte, erzählt er im Interview mit meinem MZ-Kollegen Thomas Steinberg.
+++Mit seiner Attacke auf das Dessauer Umweltbundesamt auf der Plattform „X“ hat der FDP-Parteivorsitzende Christian Lindner in dieser Woche vielfach Empörung ausgelöst. Was andere Politiker von diesem Vorschlag halten, hat MZ-Kollegin Heidi Thiemann erfragt.
AUSBLICK
Fest und Bühne
+++Zum vierten Advent steht in Dessau das große Finale von „Frieren für den guten Zweck an“. Zum vierten Mal können Unerschrockene wieder in den Kühnauer See steigen. Am Ende wird Bilanz gezogen: Für jeden Eisbader werden zehn Euro gespendet. Die Summe wird auch in diesem Jahr die 10.000 Euro überschreiten. Los geht es am Sonntag ab 10 Uhr.
+++Zum achten Mal macht ab Freitag, 20. Dezember, und bis Sonntag, 6. Januar, der Dessauer Weihnachtscircus Station vor dem Dessauer Kraftwerke. Vorstellungen gibt es täglich um 16 Uhr sowie samstags um 15 und 18.30 Uhr. Heiligabend gibt es eine Vorstellung um 14 Uhr, Silvester eine um 19 Uhr mit Sektempfang und Feuerwerk. Tickets gibt es immer eine Stunde vor Beginn jeder Vorstellung an der Circuskasse.
+++Mit zwei Konzerten ist Gerhard Schöne am Sonntag, 22. Dezember, im Mitteldeutschen Theater in der Marienkirche zu Gast. 16 Uhr gibt es das Familienkonzert mit dem Namen „Das Kinderlieder-Alphabet“. Mit 26 eigenen Hits singt und spielt sich Schöne durch die 26 Buchstaben. 19.30 Uhr steht Schöne dann mit seinem Solo-Programm „Ich sehe was, was du nicht siehst“ ein zweites Mal auf der Bühne.
+++Alle denken schon an Weihnachten. Nicht so die Handballer des Dessau-Roßlauer HV. Die sind vor der verdienten WM-Pause im Januar in diesem Jahr noch zwei Mal richtig gefordert. Am Montag, 23. Dezember, steht um 19 Uhr das letzte Heimspiel 2024 gegen den Tabellendritten Grün-Weiß Minden an. Am Donnerstag, 26. Dezember, 16 Uhr, muss das Team beim Tabellenführer Bergischer HC antreten. Es gibt dankbarere Jahresabschlussaufgaben.
+++Das Anhaltische Theater setzt zwischen Weihnachten und Neujahr seine Reihe „Dessauer Jazz Nights“ fort: Am Freitag, 27. Dezember, ist das Valeria Maurer Quartett in Dessau zu Gast. Die Sängerin, Songwriterin und Jazz-Musikerin Valeria Maurer wanderte mit gerade mal 20 Jahren von Sibirien nach Deutschland aus, was ihr Leben stark beeinflusste und veränderte. Gemeinsam mit ihrem Quartett will die Sängerin in Dessau eigene Songs präsentieren, die Jazz mit groovigen Pop- und folkloristischen Elementen vermischen.
+++„Dinner for One - Was geschah wirklich“ heißt es am Sonnabend, 28. Dezember, im Mitteldeutschen Theater in Dessau - 15 und 19 Uhr. Entertainer Marc Rudolf und der Schauspieler Asuka Tovazzi begehen den 90. Geburtstag von „Miss Sophie“. Nur verläuft die Party diesmal etwas anders, als es das Publikum vom Silvester-Fernsehprogramm gewöhnt ist.
Topf und Pfanne
+++Es ist geschafft. Rechtzeitig vor Weihnachten ist die „Seensucht“, das Restaurant an der Goitzsche, wieder ins eigene Restaurant umgezogen. Dort hatte man wegen eines Küchenumbaus einige Wochen Platz machen müssen. Die Rückkehr wird gefeiert. Am Freitag, 20. Dezember, mit kubanischer Livemusik mit Orlando. Am Sonnabend, 21. Dezember, stehen dann Vreni & Julio auf der Bühne.
EINBLICK
MZ-Social-Media-Post der Woche
+++Dessau bekommt im Sommer 2025 ein eigenes Musikfestival: An zwei Wochenende treten im Paul-Greifzu-Stadion viele Bands auf, Zugnummern sind Culcha Candela und Frittenbude, wie MZ-Kollegin Laura Ludwig von den Veranstaltern erfuhr. Der Facebook-Post interessierte viele, wie 176 Likes belegen - die Reichweite lag bei 16.800 Personen.

Meist geklickter Text der Woche
+++Auf der A9 bei Dessau hat es am vergangenen Donnerstagabend, 12. Dezember, einen schweren Unfall gegeben: Ein Lkw-Fahrer hatte eine Panne und wollte aus seinem Lkw aussteigen. Beim Türöffnen wurde er von einem vorbeifahrenden Lkw erfasst und schwer verletzt. Der Bericht zu dem Unfall interessierte 11.200 Leser.
QUERBLICK
+++Die Phytofreunde in Dessau haben die Erlaubnis bekommen, Cannabis für ihre Mitglieder anzubauen. Der Cannabis-Club hat erste Pflanztische aufgebaut und Samen liegen bereit. Bis Gründer Oliver Bernstein Marihuana aushändigen kann, wird es aber noch dauern, erfuhr der MDR.
+++Die B 184 teilt die Zerbster Innenstadt. Täglich wälzen sich fast 5.000 Fahrzeuge über die Bundesstraße. Umso charmanter war die Vision des Rückbaus zu einer zweispurigen Allee. Wie die Chancen dafür sind, das haben die Kollegen der „Zerbster Volksstimme“ aufgeschrieben.
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