Zahl der Abgeordneten im Bundestag Magdeburg in Berlin stark - und Halle schwach
Die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts ist künftig mit drei Abgeordneten im Deutschen Bundestag in Berlin vertreten.
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Magdeburg - Klar: Mandatsträger im Bund sind nur ihrem Gewissen unterworfen und dem ganzen Volk und nicht allein beispielsweise dem eigenen Wahlkreis verpflichtet. Und doch kann es für eine Region sinnvoll sein, im Parlament vertreten zu sein: Die Wege sind kürzer und man hat Ansprechpartner mit regionaler Kompetenz.
Aus diesem Blickwinkel hat es Magdeburg mit drei Parlamentariern im neuen Bundestag gut getroffen. Während Claudia Weiss (AfD) auf der Oppositionsbank Platz nehmen dürfte, ist es gut denkbar, dass sich Tino Sorge (CDU) und Martin Kröber (SPD) in einer Koalition wiedertreffen werden: Bislang ist eine gemeinsame Regierung aus Christ- und Sozialdemokraten die wahrscheinlichste Option für die neue Legislaturperiode. Da die Bundestagswahlkreise über möglichst ähnliche Einwohnerzahlen verfügen, ist der Vergleich mit anderen Regionen einfach. So sind aus den Wahlkreisen Halle, Harz und Altmark/Jerichower Land nur je ein Mandatsträger im Bundestag, in Dessau/Wittenberg hingegen ebenso wie in Magdeburg drei. Aus Börde/Salzlandkreis sind es sogar vier.
Was ist der Hintergrund?
Die Wahlrechtsreform 2025 bringt wesentliche Veränderungen für die Sitzverteilung im Bundestag. Künftig wird die Zahl der Abgeordneten auf 630 begrenzt, was das bisherige Anwachsen durch Überhang- und Ausgleichsmandate beendet. Dadurch verlieren Wahlkreise ihre bisherige Garantie, dass jeder direkt gewählte Kandidat automatisch einen Sitz im Bundestag erhält.
Stattdessen entscheidet die Zweitstimme allein über die Sitzverteilung, sodass Überhangmandate nicht mehr entstehen können. Falls eine Partei mehr Direktmandate gewinnt, als ihr nach dem Zweitstimmenanteil zustehen, entfallen die überzähligen Direktmandate.
Dies führt dazu, dass einige Wahlkreisgewinner trotz ihres Sieges keinen Sitz erhalten. Damit wird die bisherige Verzerrung durch Überhang- und Ausgleichsmandate abgeschafft und das Verhältniswahlrecht konsequenter umgesetzt. Die Folge ist aber eben auch, dass Wahlkreisgewinner ihr Mandat nicht sicher haben. Und dies wiederum bedeutet, dass aus einem Wahlkreis gar kein Abgeordneter ins Parlament gelangt, wenn kein dort beheimateter Kandidat über die Landesliste einer anderen Partei ausreichend Stimmen erhält.
Sprich: Dass beispielsweise Magdeburg dieses Mal drei Abgeordnete in Berlin hat und Halle nur eine Abgeordnete, ist für die nächste Wahl nicht gesetzt.