U18-Bundestagswahl Jede dritte Stimme: AfD bei Kindern und Jugendlichen in Sachsen-Anhalt beliebteste Partei
Die U18-Bundestagswahl hat gezeigt, dass die AfD bei Kindern und Jugendlichen in Sachsen-Anhalt die stärkste Kraft ist. Fast jede dritte Stimme entfiel auf die rechtsextreme Partei.

Magdeburg/Halle (Saale). Bei Kindern und Jugendlichen in Sachsen-Anhalt liegt die AfD ganz vorne. Das ist das Ergebnis der U18-Bundestagswahl. 30 Prozent der 3.780 Wähler haben demnach für die rechtsextreme Partei gestimmt.
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Damit hebt sich die ostdeutsche Jugend stark vom Bundesdurchschnitt ab. Im deutschlandweiten Vergleich landet die AfD mit 15,5 Prozent nur auf dem vierten Platz. Den höchsten Stimmanteil erhielt sie in Brandenburg. Dort wählten 35,5 Prozent der Jugendlichen die Partei.
Auf dem zweiten Platz lag in Sachsen-Anhalt mit knapp 28,5 Prozent Die Linke. Die Partei hat im bundesweiten Vergleich mit 20,8 Prozent des Gesamtergebnisses die meisten Stimmen junger Menschen erhalten.
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Den dritten Platz erreichte in Sachsen-Anhalt die SPD mit 11,1 Prozent der Stimmen. Die CDU folgt mit 9,1 Prozent der Stimmen. Die Grünen wurde von 7,1 Prozent der Jugendlichen gewählt. 14,3 Prozent entfallen auf weitere Parteien.
Interesse an U18-Bundestagswahl wächst
Die U18-Wahl wird vom Deutschen Bundesjugendring (DBJR) organisiert und ist nach eigenen Angaben einer der größten außerschulischen Bildungsinitiativen in Deutschland. Vom 7. bis 14. Februar haben bundesweit mehr als 166.000 Jugendliche unter 18 Jahren in insgesamt 1.812 selbst organisierten Wahllokalen ihre Stimme abgegeben.
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In Sachsen-Anhalt hat der Kinder- und Jugendring (KJR) die Organisation übernommen. Hier hatten sich 50 Wahllokale registriert, die vorwiegend von Jugendclubs, Schulen oder Jugendverbänden angeboten wurden. Obwohl die Vorbereitungszeit wegen der vorgezogenen Wahlen kurz war, sei die Nachfrage zur U18-Wahl sehr groß gewesen. Es hätten 20 Prozent mehr junge Menschen abgestimmt als noch zur letzten Bundestagswahl 2021.
Stimmen von jungen Menschen Gehör verschaffen
Das Ziel der U18-Wahl sei, möglichst viele Kinder und Jugendliche für die parlamentarische Demokratie zu begeistern, ihre Interessen an politischen Themen zu stärken und diese sichtbarer zu machen, so der DBJR.
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"Gleichzeitig ist U18 ein Plädoyer für eine Absenkung des Wahlalters auf allen Ebenen", sagt Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes. Auch der KJR ist der Meinung, dass es keine Frage des Alters ist, eine fundierte Wahlentscheidung zu treffen.