Polizei äußert sich detailliert Deutlich weniger, dafür krassere Verbrechen im Jerichower Land? Das sind die heftigsten Fälle
Die Polizeiinspektion Stendal, die auch die Straftaten im Jerichower Land erfasst, registrierte 2024 fast 200 Straftaten weniger als 2023. Bei welchen Kriminaldelikten besonders viel kriminelle Energie zwischen Burg und Genthin schlummert.

Burg. Genau 19.297 Straftaten sind 2024 im Bereich der Polizeiinspektion Stendal, zu der neben dem Revier Jerichower Land auch die Reviere in Stendal und Salzwedel gehören, registriert worden. Besonders ein Verbrechen scheint "begehrt" in der Region.
Verbrechen im Jerichower Land - Die heftigsten Fälle kürzlich am Amtsgericht Burg:
Einblicke hinter die Gefängnismauer: Brutale Schlägerei in der JVA Burg: Häftling zertrümmert Gesicht des Opfers
Einfach dreist?: Fahrerflucht, aber null Einsicht: Warum ein Rentner in Burg vor Gericht keine Reue zeigt
Eine Nacht voller Gewalt: Eskalation unter Fußballfans: Wie ein Mann aus Genthin eine brutale Schlägerei anzettelt
Ein Prozess, der bundesweit für Aufsehen sorgt: 12 Straftaten und dennoch Bewährung: Mann erinnert sich an nichts, aber stimmt das?
Toxische Beziehung? Mann soll Polizist und Frau geschlagen haben, doch die bittet vor Gericht um Nachsicht
Darüber informiert die Inspektion. Das waren 190 Straftaten weniger als im Jahr zuvor. Gesunken ist allerdings auch die Aufklärungsquote. 11.115 Straftaten hat die Polizei aufgeklärt, das bedeutet eine Aufklärungsquote von 57,6 Prozent. Die Quote liegt 1,7 Prozent über dem Landesdurchschnitt von 55,9 Prozent.
Mord und Totschlag: Polizei registriert 15 Straftaten für 2024
Immerhin 15 Straftaten gegen das Leben, Mord und Totschlag, sind in der zumeist als friedlich empfundenen Region im vergangenen Jahr erschienen. Dazu gehörte auch die Tötung eines Syrers in Burg Ende September, zu der am Freitag der Prozess vor dem Landgericht Stendal begonnen hat. Fünf Delikte konnten bislang noch nicht aufgeklärt werden. Mit einem Anteil von 0,08 Prozent sind diese besonders schweren Verbrechen glücklicherweise nur eine Randerscheinung.
7.699 Tatverdächtige hat die Polizei 2024 ermittelt. Im Vergleich zum Vorjahr (7.564) bedeutet dies eine Erhöhung um 1,8 Prozentpunkte. Die Tatverdächtigen schlüsseln sich in 5.636 männliche und 2.063 weibliche Personen auf.
Polizei klärt auf: Diebstähle werden im Jerichower Land besonders oft begangen
Den größten Anteil in der Kriminalitätsstatistik bilden mit 29,5 Prozent die Diebstähle. Insgesamt ist ein Anstieg der erfassten Straftaten um 202 Fälle auf 5.687, das sind 3,7 Prozent, bei einer Aufklärungsquote von 28,6 Prozent.
Eine sehr gute Aufklärungsquote kann die Polizeiinspektion Stendal im Bereich der Sexualdelikte vorweisen. Von 402 bekannt gewordenen Taten konnten 373 aufgeklärt werden, was einer Aufklärungsquote von 92,8 Prozent entspricht. Die Anzahl der erfassten Fälle, die unter Anwendung von Gewalt oder Ausnutzung einer Abhängigkeit begangen wurden, sind von 142 auf 146 Fälle gestiegen, das sind 2,8 Prozent.
Deutlich weniger Drogendelikte im Jerichower Land
Die Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung stieg dagegen von 43 auf 44 Fälle. Taten sexuellen Missbrauchs stiegen im Vergleich zum Vorjahr von 76 auf 79 Fälle. Der sexuelle Missbrauch von Kindern dagegen sank von 61 auf 57 Fälle.
Deutlich gesunken ist die Zahl der Drogendelikte, also der Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. 620 Fälle wurden erfasst. Das sind 412 Straftaten weniger als im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang um 39,9 Prozent. Die Aufklärungsquote ist um 0,1 Prozentpunkte auf 94,5 Prozent leicht gestiegen.