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Landwirts-GbR Jerchel rechnet mit erheblichen Ernteausfällen / Rapsausaat ist nächste Aufgabe Und nächste Woche geht es wieder von vorn los

Von Anke Kohl 17.08.2013, 03:10

Das viel zu nasse Frühjahr und die folgenden Monate ohne nennenswerte Niederschläge haben den altmärkischen Landwirten die Arbeit nicht leicht gemacht. Imense Ernteeinbußen erwartet auch die Landwirts-GbR in Jerchel.

Jerchel l In drei bis vier Tagen werden auch die letzten Schläge mit Roggen und Weizen abgeerntet sein, berichtet Friedrich Giggel, einer der Gesellschafter der Jercheler Landwirts-GbR. Wenn auch diese letzten 100 Hektar eingefahren sind, stehen nur noch der Mais und die Lupinen auf den insgesamt rund 1000 Hektar zu bewirtschaftender Fläche rund um Jerchel. Bereits in die Erntestatistik eingeflossen sind die Erträge von Raps und Gerste, die schon in den Getreidebunkern lagern.

Wegen der viel zu nassen Witterungsbedingungen im Frühjahr und den folgenden Monaten, als es im Mai, Juni und auch Juli kaum geregnet hat, sieht Friedrich Giggel der Maisernte skeptisch entgegen. "Selbst wenn es jetzt noch ergiebig regnen würde, das Massenwachstum ist abgeschlossen. Eventuell können die Pflanzen jetzt noch Stärke in den Kolben einlagern. Aber mehr ist nicht drin", resümiert er für die Futterpflanze.

"Unser eigentliches Problem ist aber der Hagelschlag, der hier am 27. Juli niedergegangen ist." Zwischen 30 und 60 Prozent der Körner vom Raps und des Getreides sind durch die teilweise tennisballgroßen Hagelkörner aus Hülsen und Ähren geschlagen worden und liegen auf dem Boden. "Das ist auf den einzelnen Schlägen sehr unterschiedlich ausgefallen. Aber insgesamt sind erhebliche Schäden daraus entstanden. Sonst hätten wir sicher noch eine gute Ernte einfahren können."

Weniger Geld für Getreide

Da ist es fast so etwas wie ein Trost, dass die Schäden bereits durch die Versicherung reguliert wurden. Denn gegen Hagelschlag haben sich die beiden Landwirte und Gesellschafter der GbR, Friedrich Giggel und Reinhard Kulow, versichert. Dass das längst nicht jeder macht, weiß Friedrich Giggel aber auch zu berichten. "So gesehen, hatten wir Glück. Und man darf nicht vergessen, dass wir uns ja auch in all den Jahren ohne solche Unwetterereignisse versichert hatten."

Was die aktuellen Marktpreise für Getreide angeht, ist die Lage momentan ebenfalls nicht sehr zufriedenstellend. Ein spontaner Anruf bei der Magdeburger Getreidegesellschaft brachte den deutlichen Unterschied hervor. Gab es in den Wintermonaten bei Vertragsabschluss noch gute 19 Euro für die Dezitonne Brotgetreide, das in der Qualität die oberste Kategorie darstellt, so waren es gestern tagesaktuell 12 Euro, die vom Aufkäufer angeboten wurden.

Ab Ende kommender Woche beginnt für die Mitarbeiter und Auszubildenden des Betriebes quasi schon wieder die neue Saison. Die neue Rapssaat kommt in den Boden. "Dann geht es bei uns wieder von vorn los", sagt Giggel.

Die Lupine schließlich, die aktuell auf rund 10 Hektar der GbR wächst, wird als Grünfutter für die Fersen und Jungkühe in den Ställen eingesetzt. "Das ist eine Futterpflanze, die gut hierher passt und als Eiweißlieferant für die Tiere und als Stickstoffsammler auf unseren sandigen Böden gute Dienste leistet", erklärt Giggel.