Kreativ-Messe mit 16 Ausstellern aus der ganzen Region Kunsthandwerk zum Anschauen und Mitmachen zieht Besucher nach Parchen
Auch in diesem Jahr war die Parchener Kreativ-Messe ein voller Erfolg. Die zahlreichen Besucher konnten an 16 Ausstellungsständen Kunsthandwerk anschauen, erwerben und sogar selbst herstellen.
Parchen l Mittlerweile ist die 2002 erstmals veranstaltete Messe eine echte Tradition für Aussteller und Besucher. Gleich nach Öffnung der Tore am Nachmittag strömten zahlreiche Interessierte in die Klapperhalle. Geboten wurde selbst produziertes Kunsthandwerk aus dem Jerichower Land und angrenzenden Nachbargemeinden.
Am Eingang begrüßte der Natur- und Heimatverein Parchen die Besucher. Die Mitglieder verkauften den neuen Heimatkalender, der nun auch in den örtlichen Geschäften erhältlich ist. Zum ersten Mal war Annegret Ehrmann aus Angern in der Klapperhalle dabei. Sie präsentierte selbst gemalte Bilder und kunstvoll gestaltete Steine. "Ich habe festgestellt, dass die verknorpelten Steine sehr interessante Objekte sind. So gestaltet sie heute aus verdrehten Gesteinsformen Gesichter, Tiere oder gruselige Teufelsfiguren. "Jeder Stein ist ein Unikat", erläuterte ihr Lebensgefährte Manfred Laube.
Einmalige Kunstwerke zum Selbermachen präsentierte Renate Lenz, die zum zweiten Mal bei der Kreativ-Messe dabei war. Dazu benötigt sie nur etwas Fotopapier, Bienenwachsfarbe und ein Bügeleisen. Durch das Verteilen der Farbe mit dem heißen Eisen entstehen auf dem Papier kunstvolle Formen. Einige Besucher trauten sich sogar, selbst ein kleines Gemälde mit dem Bügeleisen zu erstellen.
Neben Ständen mit selbstgemachtem Honig, Schmuck oder Hüten fiel besonders der Aufbau von Bärbel und Lothar Riedel ins Auge. Die beiden Genthiner präsentierten Gebrauchskeramik vom Kerzenhalter bis zur Tischdekoration. Bärbel Riedel arbeitete während der Messe an einem grauen Hütchen. "Das wird mal ein weihnachtlicher Schneemann", verriet sie. Immer wieder blieben Interessierte stehen, um ihr bei der Arbeit zuzusehen. Mancher kannte das Ehepaar auch von Kursen der Volkshochschule. "Beim Töpfern kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen und entspannen", erklärt Bärbel Riedel schmunzelnd.
Das alte Handwerk des Korbmachens präsentierte Dieter Feldt aus Brandenburg. Nach und nach entstand unter seinen flinken Händen ein Einkaufskorb. Ebenfalls aus Brandenburg war das Team von Susanne Bach angereist. Die Mitarbeiter präsentierten die japanische Faltkunst "Origami", mit der aus einem Stück Papier kleine Gegenstände wie Blüten oder Sterne gebastelt werden. Davon ließen sich jüngere wie ältere Besucher begeistern.
Einen besonderen Brotaufstrich konnten die Besucher bei Heike Gäde probieren, eine patentierte Kartoffelmarmelade von Sigrid Rau. "Da Kartoffeln keinen Eigengeschmack haben, kann die Marmelade in verschiedenen Geschmacksrichtungen hergestellt werden", erläutert Gäde. Wie sie entsteht, ist allerdings geheim. Viele Interessierte scharten sich an diesem Nachmittag um den Stand. Auch Landrat Lothar Finzelberg und Bürgermeister Wolfgang Bernicke ließen es sich bei ihrem Rundgang nicht nehmen, bei Gäde vorbeizuschauen.
Später stahlen allerdings die Kinder des Kindergartens Parchen den anwesenden Erwachsenen die Schau. Auf der Bühne sangen sie Lieder vom Lesenlernen und boten eine gehüpfte Darbietung beim Lied über ein singendes Känguru. Organisatorin Cornelia Rüdiger zog eine positive Bilanz der Messe und versprach: "Zum zehnjährigen Jubiläum im Jahr 2012 lassen wir uns etwas Besonderes einfallen."