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Christof Römer stellt Neuerscheinung "Germania Benedictiner 10" auf Huysburg vor Allen Schwierigkeiten zum Trotz ist der Band vollendet

Von Sandra Reulecke 29.10.2012, 02:27

Huysburg l 26 Jahre hat er sich dem Projekt gewidmet, mit Autoren und Historikern gesprochen, Archive durchsucht. Bei seiner Arbeit für den Band "Germania Benedictiner X" stieß Christof Römer immer wieder auf Schwierigkeiten. "Einige Male habe ich gezweifelt, es war kein leichtes Unterfangen", räumte der 86-Jährige ein.

1986 wurde er beauftragt, einen Band über Mönchsklöster der Benediktiner in den heutigen Ländern Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern zu erstellen. Mit viel Geduld und Beharrlichkeit suchte er geeignete Autoren. Einige verstarben in der Zwischenzeit oder traten von dem Projekt zurück. Die einzelnen Beiträge wiesen zum Teil Qualitätsunterschiede auf, die neue Rechtschreibreform und technische Umstellung stellte den Historiker vor neue Herausforderungen. "Auch die öffentliche Kommunikation gestaltete sich zu DDR-Zeiten als schwierig, nicht alle Dokumente waren zugänglich", erinnert sich Römer, der als Oberkustos am Braunschweigischen Landesmuseum für die Abteilung Landesgeschichte tätig war. Seit seiner Kindheit ist er von Geschichte fasziniert. Auch sein Interesse für Klöster war früh geweckt. So promovierte er 1970 mit einer Arbeit über das ehemalige Kloster Berge bei Magdeburg.

"Einige Male habe ich gezweifelt, es war kein leichtes Unterfangen."

Christof Römer , Braunschweig

Für den Band "Germania Benedictiner" schrieb der Historiker einige der 42 Artikel selbst und arbeitete mit den zahlreichen weiteren Autoren zusammen. "Das Projekt war für mich ein Hobby, dass ich ehrenamtlich ausübte", sagte Römer augenzwinkernd. Erfasst werden in dem Band auf 1612 Seiten das religiöse, kulturelle und wirtschaftliche Wirken der Häuser in Mittel- und Ostdeutschland. Ausgeklammert sind dabei elf ehemalige deutschsprachige Klöster, die sich im heutigen Polen befinden.

Am Wochenende stellte Römer, der seit 2011 Ehrenmitglied des Harzvereins ist, den ersten Teil des Bandes auf der Huysburg vor. "Schließlich wird auch unser Kloster in dem Band behandelt", berichtet Bruder Jakobus. "Wir sind eines der wenigen lebendigen Klöster, die darin behandelt werden."

Einen Einblick in die Zeit, in der auch die Anfänge des Klosters Huysburg liegen, gewährte Christian Schuffels den Zuhörern im Romanischen Saal der Klosteranlage. Er hielt einen Vortrag über "Neuentdeckte Verse Thietmars von Merseburg und die ottonische Adelsgrablege in Walbeck".