Sonaten in barocker Umgebung Musikstudenten begeistern in der Stephanikirche Dingelstedt
Arnold Heuer und Fritz Wesarg haben sich der klassischen Musik verschrieben und fühlen sich musikalisch besonders wohl im Jahrhundert von Bach und Händel.

Dingelstedt - „Wir sind sehr stolz, ein solches Talent bei uns in Dingelstedt zu haben.“ Mit diesem Lob hat sich Martin Lodahl im Namen der Kirchengemeinde Dingelstedt herzlich bei Fritz Wesarg bedankt. Dieser hatte, gemeinsam mit seinem Weimarer Studienkollegen Arnold Heuer zu diesem besonderen barocken Erlebnis in die Stephanikirche eingeladen hatte. Auf dem Programm standen Sonaten, interpretiert auf der Barockgeige und dem Cembalo. Schon in der Woche vor dem Konzert hatten Heuer Wesarg täglich mehrere Stunden in der Dingelstedter Kirche geprobt.
Bei diesem Konzert hat einfach alles gepasst, von der Auswahl der Musik des 18. Jahrhunderts bis hin zur perfekten Umgebung. Denn die Stephanikirche hat, wie Martin Lodahl erwähnt, etwa zur gleichen Zeit ihr barockes Antlitz erhalten. Etwa 70 Musikliebhaber waren der Einladung zu diesem Konzert gefolgt, damit waren die beiden jungen Künstler zufrieden. Und die gut gefüllte Kirche zeigt, dass es sich durchaus lohnt, rechtzeitig die Werbetrommel zu rühren. Die Kennzeichen der parkenden Fahrzeuge verrieten, dass einige Gäste auch eine weitere Anreise auf sich genommen haben, um dieses Konzert zu erleben.
Es erklangen Sonaten von Corrette, Graun und Händel sowie eine Eigenkomposition von Wesarg. Bei diesen Sonaten, die stets aus mehreren Sätzen bestehen, verlieh Arnold Heuer seiner Barockgeige die führende Stimme, während Fritz Wesargs Cembalo als Bassstimme begleitet hat.
Bevor eine Sonate erklang, wurde die Komposition kurz vorgestellt und im historischen Kontext erklärt, gewürzt mit einigen persönlichen Anmerkungen. So erfuhren die Zuhörer von Arno Heuer, dass die Sonate in d-Moll aus der Feder von Johannn Gottlieb Graun dem Musiker „sehr viel abverlangt“. Und bei der Anmoderation der letzten beiden Sonaten von Händel und einer Eigenkomposition von Fritz Wesarg verwies Heuer auf die Vornamensgleichheit beider Komponisten: Georg Friedrich.
Und, dass zwischen den einzelnen Sätzen einer Sonate niemals geklatscht wird, sollte wohl jeder der Besucher nicht wieder vergessen.
Jüngster Zuhörer war übrigens der siebenjährige Florian, der das Konzert sogar fachlich beurteilen kann, denn er spielt seit zwei Jahren selbst Geige und hatte bereits erste Auftritte. „Wenn ich fleißig übe, werde ich vielleicht auch mal so gut spielen, wie Arnold“, so der Knirps selbstbewusst.
