1. Startseite
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Magdeburg
  6. >
  7. Kunstwerk für Fassade: Britischer Künstler soll Wand an Magdeburger Rewe-Markt verschönern

Kunstwerk für Fassade Britischer Künstler soll Wand an Magdeburger Rewe-Markt verschönern

Das Bild eines britischen Künstlers soll 2024 auf eine Hauswand in Magdeburg gemalt werden. Dieser gehörte zur Gemeinschaft der Roma und setzte sich gegen Rassismus ein.

Von Stefan Harter 02.12.2023, 05:40
Der britische Künstler Damian Le Bas mit seiner Frau Delaine. Ein Werk von ihm soll bald in Magdeburg auf einer Hauswand zu sehen sein.
Der britische Künstler Damian Le Bas mit seiner Frau Delaine. Ein Werk von ihm soll bald in Magdeburg auf einer Hauswand zu sehen sein. Foto: dpa/Soeren Stache

Magdeburg - Der Brite Damian Le Bas war ursprünglich ein Blumenverkäufer, der nach der Ausbildung an der Royal Academy of Arts zum Künstler wurde und diverse Ausstellungen gestalten konnte. Als Teil der Roma-Gemeinschaft setzte er sich mit seinen Werken, die vor allem aus bunten Collagen bestanden, gegen Rassismus und Ausgrenzung ein.

Eines der Bilder des bereits 2017 verstorbenen Künstlers aus Großbritannien soll nun eine Häuserwand in der Magdeburger Neuen Neustadt schmücken. Dies ist zumindest der Plan des Projekts #moritz4all, das seit diesem Jahr im Stadtteil beheimatet ist. Innerhalb des Projektzeitraums von drei Jahren steht vor allem die Integration der Roma-Gemeinschaft im Stadtteil im Fokus, weshalb Le Bas als Künstler ausgewählt wurde.

Supermarkt wird zur Leinwand für Kunstwerk von verstorbenem Künstler

Wie die Projektkoordinatorin Juliane Barz in der jüngsten Sitzung der Gemeinwesenarbeitsgruppe Neue Neustadt informierte, befinde man sich derzeit in Abstimmungen mit der Witwe des Künstlers, welches Motiv 2024 auf die Fassade gebracht werden soll. Sie kuratiert seinen Nachlass.

Der Ort für das Bild steht hingegen bereits fest: Es soll an einer Wand des Rewe-Markts in der Lübecker Straße entstehen, wie Juliane Barz weiter mitteilte. Beim Aufbringen des Bildes wolle man mit dem lokalen Streetart-Künstler Christoph Ackermann sowie Kindern und Jugendlichen zusammenarbeiten. Dafür sei man gerade auf der Suche nach einem Baugerüst.

Magdeburger Kinderkulturtage sollen nach Neustadt kommen

Zum Ende des ersten Projektjahrs zog die Koordinatorin zudem ein positives Fazit. Die Veranstaltungsfläche Polidrom auf einer Brachfläche an der Grünstraße wurde mehrmals bespielt, mit Kunstaktionen, Workshops und Open-Air-Kino. Es entstanden eine Bühne, ein Tisch und ein Hinweisschild an der Bushaltestelle, das über den Sinn der Fläche aufklärt.

In der Art und Weise soll es auch im kommenden Jahr weitergehen, wie Juliane Barz ankündigte. So wird es wieder Bau- und Kunstaktionen auf der „Wiese für alle“ geben. Geplant ist außerdem ein Workshop zur Geschichte von „Ede und Unku“ über ein Sinti-Mädchen aus Magdeburg zur NS-Zeit. Als neues Angebot soll es die Kiez-Hörbar geben. Für diese werden Interviews mit Menschen im Quartier geführt, die dann als Podcast verfügbar sein sollen: Wer lebt hier? Wer möchte was sagen?

Mehrtägiges Festival im Magdeburger Moritzhof geplant

Mit dem Schauspielhaus wird es eine Kooperation mit dessen Projekt Bande 24 geben und auch die Kinderkulturtage sollen für einen Tag nach Neustadt kommen. Ein Sommerferienprogramm sei wieder geplant, das diesmal von Akteuren aus dem Stadtteil gestaltet werden soll.

Zum Jahresende 2024 sei dann ein großes Festival geplant, das über mehrere Tage im Moritzhof stattfinden soll. Dort ist das Projekt #moritz4all auch angegliedert.