Weltausstellung Magdeburger Literatur für Fernost
Mit Literaturtagen haben Magdeburger für einen poetischen Rahmen auf der Weltgartenausstellung in Taichung gesorgt.
Magdeburg/Taichung l Im Herbst 2018 hat der Magdeburger Verein Kulturanker den deutschen Beitrag für die Weltgartenausstellung im taiwanesischen Taichung gemeinsam mit einer Reihe von Künstlern aufgebaut. Schon damals war klar: Dabei soll es nicht bleiben. Für den Januar waren in Taiwan einige Tage mit Literatur geplant, für den März Theatertage, für den April ein musikalisches Programm.
Nachdem die Tage zur Literatur am Sonntag zu Ende gegangen sind, berichtet Karsten Steinmetz vom Kulturanker und selbst als Schriftsteller vor Ort: „Die Vielzahl von Eindrücken während der Auftritte am Pavillon und während der Lesungen in Taichung und Taipeh an den Abenden – das war eine Woche voller Eindrücke.“
Unter anderem hatten sich am deutschen Pavillon bis zu 100 Zuschauer versammelt, wenn Literatur vorgetragen und als Performance aufgeführt wurde. Unter anderem traten die Magdeburger auch in einem alten Kulturhaus auf, das noch zu Zeiten der japanischen Herrschaft über Taiwan gebaut worden war, und in einer israelischen Buchhandlung.
Denn aus Magdeburg waren auch Herbert Beesten und Franka Schumann mit dabei. Und die treten als Performance-Duo ZenTänz auf. Für Taiwan hatten sie Teile aus ihrem Repertoire zusammengestellt und international ausgerichtet. Klar: Die Zuhörer aus Taiwan wollten auch Klassiker hören, und so bekamen sie neben den Werken der Magdeburger auch Weinert, Rilke und Hesse.
Die Texte der Magdeburger beschäftigten sich unter anderem damit, wie Völkerfreundschaft funktioniert, was es mit dem Wasser der Freundschaft auf sich hat und wie eine Autobahn dadaistisch wirkt. Karsten Steinmetz sagt: „Besonders gut kam bei vielen Zuhörern an, dass verschiedene Sprachen vorgetragen wurden.“
Denn unterstützt wurden die drei Magdeburger von drei Künstlern aus anderen Ländern: Mit dabei waren Rodolfo Häsler aus Barcelona und Anat Zecharia aus Tel Aviv. „Uns geht es unter anderem ja darum, den internationalen Ansatz des Bauhauses auch in unserem Programm zu zeigen. Beispielsweise hat ja Tel Aviv seinen Welterbetitel für die vielen Gebäude der frühen Moderne“, berichtet Karsten Steinmetz. Unterstützung vor Ort gab es durch Li Chang-Ching – der als Literat in Taiwan einen Namen hat.
Chong Jiong Wang aus Magdeburg hat einige Gedichte in Chinesisch nachgedichtet und in der Lautsprache Pinyin für die beiden lesbar gemacht. Darauf, die Texte selbst vorzutragen, hatten die Magdeburger dann aber doch verzichtet: Zu sehr unterscheidet sich das auf dem chinesischen Festland entwickelte Pinyin vom auf Taiwan gesprochenen Chinesisch.