Antrag abgelehnt Keine Höllenhunde in der Kaserne bei Dähre
Die Hellhound Foundation gUG muss weiter nach einem neuen Areal für ihre gemeinnützige Einrichtung suchen. In Bonese ist die Arbeit mit Höllenhunden nicht erwünscht.

Dahrendorf/Bonese - Gemeinderätin Kerstin Fritzlar brachte am Montagabend, 26. Juni, eine Liste mit zur Ratssitzung in Dahrendorf. 39 Boneser haben darauf mit ihrer Unterschrift kund getan, dass sie gegen die Ansiedlung der Hellhound Foundation gUG (übersetzt Höllenhund-Stiftung) in der einstigen Kaserne in Bonese sind. Darüber informierte Bürgermeister Bernd Hane die Anwesenden.
Er erinnerte an die gut besuchte Informationsveranstaltung im Boneser Dorfgemeinschaftshaus. „Sie haben Ihr Anliegen ordentlich vorgebracht“, sagte er zu Vanessa Bokr, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Unternehmergesellschaft. „Sie haben aber auch gemerkt, dass Ihnen Gegenwind entgegenweht“, fügte er hinzu. Diskutiert wurde am Montagabend nicht noch einmal. Die etwa 20 Gäste warteten gespannt auf die Abstimmung zum Punkt „Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan Kaserne Bonese in den Gemarkungen Bonese und Holzhausen“. Zehn der Ratsmitglieder stimmten mit Nein, der Bürgermeister enthielt sich der Stimme.
Sie haben Ihr Anliegen ordentlich vorgebracht.
Bernd Hane, Bürgermeister
Damit ist der Weg für das Projekt in Bonese versperrt. „Das war’s dann wohl. Das ist eine Riesen-Enttäuschung“, sagte Vanessa Bokr nach der Ratssitzung, an der sie mit Norbert Brandt teilgenommen hatte. Dieser möchte eine Landwirtschaft auf dem Kasernengelände betreiben und arbeitet als Hausmeister für die Hellhound Foundation. „Wir waren hier, um zu zeigen, dass es uns Ernst ist mit dem Vorhaben. Wir wollten nicht die Entscheidung per Mail erhalten“, fügte sie hinzu. Seit der Informationsveranstaltung habe sie jedoch ein ungutes Gefühl gehabt. Es habe dort nicht wirklich Argumente gegen das Projekt, sondern nur eine Meinung dagegen gegeben. Wohl auch begründet mit unguten Erfahrungen eines einst dort ansässigen Gnadenhofes.
„Nach dem Abend haben wir Mails bekommen, in denen sich Teilnehmer entschuldigt haben, dass Mitbürger so ablehnend aufgetreten sind“, schilderte sie.
Derzeit betreuen Vanessa Bokr und ihr Team in der Nähe von Bispingen (Niedersachsen) bis zu 60 Hunde, von denen durchaus einige verhaltensauffällig seien. Ziel ist es, mit ihnen so zu arbeiten, dass sie möglichst an neue Besitzer vermittelt werden können. Zudem werden Schulungen für Hundebesitzer und Tierheimmitarbeiter angeboten, damit diese lernen, Tierschutzhunde und Problem-Tiere professionell zu betreuen. Da die Räumlichkeiten bei Bispingen nur gemietet sind und der dortige Eigentümer diese nun nutzen möchte, hat die Hellhound Foundation gUG nach einem neuen Standort gesucht. Für solch ein Vorhaben sei das einstige Kasernengelände optimal, hatte Vanessa Bokr mehrfach betont. Doch daraus wird jetzt nichts.
Das war’s dann wohl. Das ist eine Riesen-Enttäuschung.
Vanessa Bokr, Geschäftsführerin
„Ausschließlich der Gemeinderat entscheidet darüber, ob im Gemeindegebiet ein Bebauungsplan aufgestellt wird oder nicht“, teilt Inka Ludwig vom Presseteam des Kreises auf Nachfrage der Volksstimme mit. Ein Anspruch auf die Aufstellung eines Bebauungsplanes bestehe nicht. Da die Planungshoheit allein bei der Gemeinde liege, könne der Kreis den gefassten Beschluss weder aufheben noch ersetzen.