Orgel ist eine von nur zehn erhaltenen Exemplaren aus der Zeit der "romantischen" Orgelkunst Brumbyer Seltenheit auf CD gebannt
Die Orgel in der Brumbyer Kirche ist jetzt auf CD zu hören. Das Instrument aus der "Reubke-Werkstatt" ist eine Seltenheit, denn nur noch zehn davon sind heute erhalten.
Brumby l Die CD, die jetzt im Pfarrhaus Brumby erhältlich ist, entstand 2012. Organistin Ulrike Kern, Kantorin in Goslar, nahm dafür am 6. Juni 2012 in Brumby drei Stücke auf. Wie es dazu kam? Ein Musikprofessor aus dem Harz hatte sich auf die Suche nach den letzten Exemplaren der Reubke-Orgeln begeben. Adolph Reubke (1805 bis 1875) hat rund 65 Orgeln im Raum Börde und Harz aufstellen lassen. "Der Professor kam zu dem Schluss, dass nur noch zehn Exemplare erhalten sind", erklärt Ulrike Kern. "Daher haben wir uns entschlossen, deren Klang auf CD zu dokumentieren. Es handelt sich bei den Instrumenten um Zeitzeugen der Orgelbaukunst des 19. Jahrhunderts", erklärt sie die Besonderheit der Reubke-Orgeln.
Die Bauzeit der Orgeln ist verantwortlich für eine ganz eigene Klangweise: Die Instrumente wurden noch in der "romantischen Zeit" gebaut, erklärt die Organistin. Vor und nach dieser Zeit klangen Orgeln so, wie man sie heute landläufig kennt: Viele Obertöne, "perlig", "silbertönig". Die Orgeln aus der Romantik, auch die Reubke-Orgeln, dagegen, verfügen über eine größere Klangbreite, wirken insgesamt dumpfer und weniger "strahlend".
Daher sind solche Zeugen des "anderen Orgelbaus" umso erhaltenswerter für die Nachwelt. "Der Trend geht gerade wieder zur romantischen Orgel", sagt die Kantorin. Die Brumbyer Orgel sei im Vergleich zu den restlichen zehn relativ groß. Im Allgemeinen hebe sie sich jedoch nicht von den anderen ab: "Es handelt sich um den typisch romantischen Klang", meint Kern.
Und wie hat der Kantorin Brumby gefallen? "Für mich war es sehr schön, in eine gepflegte Kirche zu kommen. Alles war so unkompliziert und alle so freundlich. Herr Eggebrecht ist wirklich ein liebenswürdiger Mensch", so Kern.