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Vandalismus Taucher bergen Metallzäune aus Steinbruch

Mitglieder des Tauchsportclubs Delphin Magdeburg haben Metallzaunfelder aus dem Steinbruch in Ebendorf geborgen.

Von Christian Besecke 29.08.2020, 01:01

Ebendorf l Eigentlich umschließt ein Metallzaun Teile der Ost- und Südflanke des Ebendorfer Steinbruchs. Immer wieder werden jedoch einzelne Felder dort abmontiert. Vor einigen Tagen sind sie im hohen Bogen den Abhang hinunter geworfen worden. Wenig später waren sie spurlos verschwunden. Zeugen hatten beobachtet, wie diese von Randalierern im See versenkt wurden.

Die hier beheimateten Taucher des Sportclubs Delphin aus Magdeburg kamen so zu einem besonderen Einsatz. „Wir sind mit Ketten und einem sogenannten Hebesack angereist“, beschreibt Pressesprecher Ulrich Brennecke. Es war klar, dass die Zaunfelder wieder aus dem See geholt werden mussten. In mehreren Metern Tiefe machten die Taucher die Metallfelder dann auch aus.

„Die Zäune lagen vor der Ostseite unweit des dortigen Abhangs in 15 Metern Tiefe im Wasser“, sagt der Sprecher. „Mit Ketten haben drei unserer Taucher sie vertäut und dann den Hebesack mit Luft voll geblasen.“ Somit stiegen die Zaunfelder gemächlich wieder aus dem Wasser auf. An der Oberfläche wurden sie dann quer gut 120 Meter über den See befördert und dann am Einstieg von den Mitgliedern geborgen. Damit war die Aktion dann gelaufen, dennoch waren die Taucher nicht unbedingt begeistert.

Immerhin hatten auch sie sich an der Finanzierung des Zaunes beteiligt und sind wenig erfreut, wenn Randalierer sich daran vergreifen. „Der Zaun stellt eine Sicherheitsbarriere dar, dass Besucher nicht zum gefährlichen Steilhang gelangen“, sagt Ulrich Brennecke. „Allerdings werden immer wieder Felder dort entfernt.“ Die Verursacher nutzen Süd- und Ostecke des Steinbruchs als großen Abenteuerspielplatz. Sie graben sich dort in die Wände ein oder springen von dort aus ins Wasser. Zugang finden sie meist über die Südseite, die an einem Feld liegt.

Besonders in diesen Tagen sind Reifenspuren auf dem abgeernteten Acker zu entdecken und aktuell fehlt hier schon wieder ein Zaunfeld. Die Lücke wird eifrig genutzt, wie achtlos in die Landschaft geworfener Müll und ein ausgetretener Pfad beweisen. Hier geht es dann recht steil zum Ufer hinunter.

Die Situation ist sowohl dem Ortsbürgermeister Manfred Behrens (CDU) als auch dem Gemeindebürgermeister Frank Nase (CDU) bestens bekannt. Schon vor gut einem Monat hatten Randalierer auf dem Gelände, welches vom Kultur- und Geschichtsverein Ebendorf gepflegt wird, ihr Unwesen getrieben (Volksstimme berichtete).

Die Sache mit dem Zaunfeldern im Gewässer stellt jedoch eine neue Dimension dar. Der Hilferuf der Verantwortlichen ist bei der Gemeindeverwaltung auf offene Ohren gestoßen. „Ich habe sofort Kontakt zu den Regionalbereichsbeamten und dem Ordnungsamt hergestellt“, erklärt Frank Nase. „So etwas werden wir nicht tolerieren. Den Verursachern fehlt jeglicher Respekt vor der Arbeit der dort tätigen Ehrenamtlichen.“ Daher werde es jetzt eine verstärkte Präsenz der Ordnungsbehörden geben. Nase könne nicht begreifen, warum gerade in dem Idyll vor der Haustür in Ebendorf so rücksichtslos gehandelt werde. „Durch das Engagement der Leute ist hier ein wunderbarer Rückzugsort in der Natur entstanden“, sagt er. „Das lassen wir uns nicht kaputt machen.“

Die Randalierer sind aber schon auf dem besten Weg dahin, denn sie haben nicht nur Zaunfelder in den See geworfen. Gleich am Zugang haben Vereinsmitglieder und Bürger ein hölzernes Geländer errichtet und auch eine Bank steht dort. Eigentlich ein schöner Ort, um den Blick über den Steinbruch schweifen zu lassen. Der Blick fällt jedoch im Augenblick auf das hier zertrümmerte Geländer.

Der stellvertretende Vereinschef, Heinz Reckler, nickt dazu bestätigend. „Ja, wir beseitigen immer wieder irgendwelche Schäden“, sagt er. „Irgendwann kommt aber schon so etwas wie Resignation auf, weil entweder wieder Müll herumliegt oder etwas kaputt gemacht wurde.“ Die von den Tauchern geborgenen Zaunfelder sollen demnächst wieder an Ort und Stelle angebracht werden.