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Bau- und Stadtentwicklungsausschuss Statt Wappenbaums Wappen am neuen Roland-Zaun?

Von Antje Rohm 06.08.2010, 05:52

Zu zwei Standort-Variantenvorschlägen für einen Wappenbaum auf dem Zerbster Markt ist in der Sitzung des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses am Mittwoch eine dritte dazu-gekommen. Geprüft werden soll, ob ein neuer Zaun für den Roland entstehen kann, der die Wappen der Ortsteile und der Kernstadt enthält.

Zerbst. Ein Wappenbaum als Symbol der neuen großen Einheitsgemeinde Stadt Zerbst und zusätzliches Schmuckelement für den Markt, das ist die Idee. Zwei Standort-Varianten standen für die Ausschussmitglieder ursprünglich zur Diskussion. Dazu gehörte die Freifläche an der Ecke Breite Straße/Markt, die nach Verwaltungsauskunft am Mittwoch nicht mehr nutzbar ist, wegen zahlreicher darunter befindlicher Leitungen und Fundamente. Zweite Möglichkeit bisher ist ein Standort mittig auf dem Markt in Höhe Kommunale Beschäftigungs-agentur.

Ausschussvorsitzender Sebastian Siebert (SPD), der die Wappenbaum-Idee befürwortet, spricht sich für eine dritte Variante aus: "Wir erstellen wieder den Zaun um den Roland und bringen daran die Wappen an." Die Roland-Umzäunung war bei der Markt-Umgestaltung nicht wieder aufgestellt worden. Zum einen ist es historisch nicht belegt, zum anderen, so betonte Bernd Köhler, Amtsleiter Bauverwaltung, noch einmal im Ausschuss, wegen der entstandenen Niveauunterschiede.

Dietrich Franke unterstützt den Vorschlag seines Fraktionskollegen. "Das wäre eine gute Verbindung zwischen dem historischen Mittelpunkt von städtischem Recht und Ordnung und unserer heutigen Stadt."

Claus-Jürgen Dietrich (B90/Grüne) und Lutz Voßfeldt (FDP) hielten Varianten- oder Standort-Entscheidung grundsätzlich für schwierig, wenn unklar ist, wie das Geplante aussehen soll. Lutz Voßfeldt wird später noch als "spontane Idee" das Entree der Alten Brücke einbringen. Was verworfen wird, weil die Stadt über die dortige Uhr Einnahmen erzielt.

Bau- und Ordnungsdezernent Andreas Fischer möchte vor allem "keinen Standort-Marathon wie beim Katharina-Denkmal und nicht, dass wir die Ideen zerreden. Deshalb sollten wir dann auch irgendwann eine Entscheidung treffen."

Zu bedenken gibt er auch, dass es städtische Betriebe gebe, die für einen Wappenbaum als Sponsoren eintreten wollen. "Davon hängt ab, was wir uns leisten können. Beziehungsweise, wenn wir umgekehrt klare Vorstellungen haben, könnten wir damit zu den Sponsoren gehen." Die im Ausschuss ge-äußerte Anregung, dass sich auch die Ortsteile an der Fi-nanzierung beteiligen könnten, räumt der Dezernent aus. "Wir würden uns in die eigene Tasche fassen."

Farbige Wappen oder zu einem Roland-Zaun passende. Eine Emaille-Ausführung in Schildern, die möglicherweise am Zaun nicht lange Bestand hätten. Die Rolle des Denkmalschutzes. Aspekte und Fragen, die in der weiteren Diskussion eine Rolle spielten.

Eine Entscheidung gab es nicht, aber dennoch einen mehrheitlichen Konsens. Zur nächsten Sitzung wird die Verwaltung rundum prüfen, ob und mit welchen Konditionen eine Umsetzung der Roland-Zaun-Idee machbar wäre. "Ansonsten", so Andreas Fischer, "kommen wir zurück zu den Varianten". Entsprochen werden soll möglichst auch dem Stadträte-Wunsch nach Gestaltungsentwürfen.