1. Startseite
  2. >
  3. Panorama
  4. >
  5. Bitte tief einatmen: Geruchsvokabular: Käsefüße schnüffeln für die Wissenschaft

Bitte tief einatmen Geruchsvokabular: Käsefüße schnüffeln für die Wissenschaft

Stinkt's, oder duftet's? Um ein einheitlicheres System zur Beschreibung von Gerüchen zu ermöglichen, haben Fachleute der Uni Jena Unmengen von Daten gesammelt. Davon soll etwa die Medizin profitieren.

Von dpa 28.02.2025, 14:38
An der Uni Jena haben Forschende zusammen mit Wissenschaftler der TU Dresden eine Geruchsdatenbank aufgebaut. Mit weiteren Expertinnen und Experten haben sie zudem einen Datensatz erarbeitet, der Körpergerüche erfasst. (Symbolbild)
An der Uni Jena haben Forschende zusammen mit Wissenschaftler der TU Dresden eine Geruchsdatenbank aufgebaut. Mit weiteren Expertinnen und Experten haben sie zudem einen Datensatz erarbeitet, der Körpergerüche erfasst. (Symbolbild) Oliver Berg/dpa

Jena - Forschende der Uni Jena haben Tausende Testpersonen unter anderem Gerüche von Körperpartien beschreiben und bewerten lassen. Mit dieser Datenbank wollen die Wissenschaftler etwa den Weg zu einer standardisierten Sprache und einer einheitlicheren Kategorisierung für Geruchswahrnehmung ebnen, wie die Uni Jena mitteilte. Dabei arbeiten verschiedene Disziplinen zusammen - Psychologie, Physik, Chemie, Materialwissenschaften und Medizin.

„Die chemische Struktur von allem, was sich in unserer Umgebung befindet und was wir riechen können, ist in der Regel sehr komplex. Welchen Geruch die einzelnen chemischen Bestandteile aussenden, können wir meist nicht genau sagen, da je nach Zusammensetzung die einzelnen Stoffe an unterschiedlichen Rezeptoren in der Nase andocken“, sagt Antonie Bierling vom Institut für Psychologie der Universität Jena.

Die Jenaer Wissenschaftler und Forschende der TU Dresden haben für das Projekt „Olfactorial Perceptronics“ 1.200 Testpersonen an 74 chemisch einfach aufgebaute Geruchsproben schnüffeln lassen. Die Probanden beschrieben die Gerüche und bewerteten anhand einer Skala etwa, wie angenehm der Duft roch.

„SMELLODI“ - Datensatz speziell für Körpergerüche

Nützlich können die so gewonnenen Daten nach Ansicht der Forschenden etwa in der Medizin werden. „Wir wissen, dass sich bestimmte Krankheitsbilder auf den Körpergeruch auswirken. Bei der Erkennung und Diagnostik von Krankheiten kann es also sehr hilfreich sein, ihn detailgenau zu erfassen“, so Bierling.

Deshalb hat das Team aus Jena mit Wissenschaftlern aus Finnland, Israel und Tschechien einen weiteren Datensatz speziell für Körpergerüche erstellt. Dafür befragten sie mehr als 2.600 Testpersonen in 17 Ländern online. Sie sollten den Geruch einzelner Körperpartien beschreiben und wie dieser sich, nach Sport oder während einer Krankheit unterscheidet. 

Von „frisch“ bis „stinkend“

So konnten die Forschenden nun einen Beschreibungskatalog für Gerüche in 13 Sprachen vorlegen. Mundgeruch bezeichneten die Teilnehmer demnach wahlweise als frisch oder stinkend und Fußgeruch als käsig.