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Parteien Grüne wollen präsenter in Ostdeutschland werden

Die ostdeutschen Bundesländer sind schwieriges Terrain für die Grünen. Nun will der Bundesvorstand der Partei in die Offensive gehen.

Von dpa Aktualisiert: 27.03.2025, 12:31
Logo von Bündnis 90/Die Grünen Sachsen (Archiv).
Logo von Bündnis 90/Die Grünen Sachsen (Archiv). Heiko Rebsch/dpa

Berlin - Die Grünen wollen ihre Bemühungen um Wählerinnen und Wähler in Ostdeutschland verstärken. „Ein nachhaltiges Wachstum grüner Politik hat im Osten größere Widerstände als in allen anderen Regionen“, heißt es im Leitantrag des Bundesvorstands für den kleinen Parteitag am 6. April in Berlin. Der Bundesvorstand wolle „ab diesem Frühsommer die Präsenz vor Ort in ostdeutschen Kreisverbänden zu einem Schwerpunkt machen“.

Festival für „Ermutigung und Vernetzung“

Das Papier mit dem Titel „Klar. Grün-Konstruktiv: Auf dem Weg in eine starke Opposition“ liegt der Deutschen Presse-Agentur in einem Auszug vor. Es brauche eine kontinuierliche Unterstützung der Arbeit der Grünen vor Ort durch Landes- und Bundesebene, mehr Vernetzung auch in die Breite der Gesellschaft und „eine klare gemeinsame Strategie“, mit der unter anderem die „Sichtbarkeit von Ostperspektiven“ verbessert werden soll, heißt es darin.

Im Herbst will der Grünen-Bundesverband im Osten „ein grünes Festival“ veranstalten, das etwa der „Ermutigung und Vernetzung“ von Grünen und Sympathisanten dienen soll. 

Der stellvertretende Grünen-Vorsitzende Heiko Knopf aus Jena erklärte: „Im Osten wächst das Gefühl, abgehängt zu sein, viele Wahlkreise sind fast ausschließlich blau, und das Vertrauen in die demokratische Parteienlandschaft schwindet.“ Die AfD löse aber keine Probleme.

Maues Abschneiden im Osten

Die Partei will auch präsenter in ostdeutschen und sozialen Medien werden und ostdeutschen Themen einen höheren Stellenwert geben in der Medienarbeit. Der Bundesvorstand möchte mit den ostdeutschen Landesverbänden Vorschläge für „eine nachhaltige Stärkung der Grünen im Osten“ sammeln. Die Bundesgeschäftsstelle will zudem mehr Geld für die ostdeutschen Landesverbände einwerben. 

Die Grünen haben schon länger mit schlechten Wahlergebnissen in Ostdeutschland zu kämpfen, insbesondere auf dem Land. Spitzenkandidaten der Partei in bundesweiten Wahlkämpfen konzentrieren sich bei ihren Auftritten in der Regel auf den Westen des Landes, mit wenigen Abstechern in den Osten. Dahinter steckt auch eine Kosten-Nutzen-Rechnung, weil in Ostdeutschland deutlich weniger Menschen leben.