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Konjunktur im Handwerk Kammerpräsident: Handwerk tritt auf der Stelle

Das Handwerk ist mit etwa 150.000 Beschäftigten ein wichtiger Arbeitgeber im Freistaat. Viele Handwerker blicken jedoch bisher sorgenvoll auf 2025.

Von dpa 03.04.2025, 14:01
Thüringens Handwerk rechnet nicht mit einem wirtschaftlich starken Jahr 2025
Thüringens Handwerk rechnet nicht mit einem wirtschaftlich starken Jahr 2025 Leonie Asendorpf/dpa

Erfurt - Die Auftragspolster vieler Thüringer Handwerker schrumpfen, die Investitionsbereitschaft der Betriebe sinkt: Nach Einschätzung des Präsidenten des Thüringer Handwerkstags, Stefan Lobenstein, stehen viele Gewerke vor einem weiteren schwierigen Jahr. „Zwei Jahre Rezession sind deutlich spürbar und die negative Konjunkturentwicklung hält an. Damit tritt das Handwerk auf der Stelle und kann sich noch nicht aus dem Tief der vergangenen Jahre befreien“, so Lobenstein bei der Vorstellung von Ergebnissen einer Konjunkturumfrage in Erfurt. 

Handwerk ist großer Arbeitgeber 

Das Handwerk ist mit etwa 28.000 Betrieben und rund 150.000 Beschäftigten ein wichtiger Wirtschaftsbereich in Thüringen. Derzeit absolvierten knapp 8.000 junge Leute im Freistaat eine Ausbildung in einem Handwerksberuf; etwa 3.000 der Lehrverträge davon wurden im vergangenen Jahr abgeschlossen. 

Nach Angaben des Hauptgeschäftsführers der Handwerkskammer Erfurt, Thomas Malcherek, ergab die Umfrage, dass die wirtschaftliche Lage in allen Gewerbegruppen negativer als im Frühjahr 2024 eingeschätzt wird. Alle Gewerke berichteten von Umsatzverlusten mit Ausnahme des Kfz-Gewerbes mit einem Plus von elf Prozent. 

Hoffnung auf bessere Geschäfte 

Malcherek sprach von einer drohenden Abwärtsspirale. Handwerksbetriebe, die um Aufträge kämpfen müssen, hätten es schwer, auf Herausforderungen wie dem Fachkräftemangel und technologische Veränderungen reagieren. Trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten neigten die Betriebe nicht zu Entlassungen, die Beschäftigung bleibe relativ stabil. Und er verwies auf wieder steigenden Optimismus: Zwei Drittel der Befragten erwarteten im zweiten Quartal eine gute bis befriedigende Geschäftslage. Viele Betriebe knüpfen hohe Erwartungen an Kurskorrekturen der neuen Regierungen in Land und Bund.