Justiz in Sachsen-Anhalt Nachtruhe im Gefängnis in Halle schon um 16 Uhr? Häftlinge beschweren sich über zu frühen Einschluss
Weil Personal fehlen soll, werden zumindest in der JVA Halle, im Roten Ochsen, die Gefangenen schon um 16 Uhr zur Nacht eingeschlossen. Was ein Häftling, die Gewerkschaft und das Justizministerium dazu sagen.

Magdeburg/Halle - Neun Monate ohne Bewährung muss der 43-jährige Jonny B. aus der Altmark aktuell im Justizvollzug in Halle, dem Roten Ochsen, absitzen. Das Landgericht Stendal hatte ihn wegen Fahrens ohne Führerschein dazu verurteilt. Auch vorher war er wegen ähnlicher Delikte schon in Konflikt mit dem Gesetz geraten. Das gibt der Gefangene auch unumwunden zu. Seit Anfang November wartet er nun auf Möglichkeiten für sportliche Betätigung oder eben Arbeit. „Ich würde gerne die Zeit hier anders nutzen, als nur in der Zelle zu sitzen“, sagt er. Ihm ginge es nicht alleine so. Stattdessen habe er regelmäßig den Nachteinschluss zwischen 16 und 7.30 Uhr, weil Personal fehle. Auch den Vormittag über müsse er in der Zelle sitzen. „Nur zwischen 13.30 und 14.30 Uhr haben wir auf einem kleinen Hof Freigang. Mit Resozialisierung hat das nichts zu tun. Hier läuft einiges schief.“