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DHB-Pokal: Lok - T.-Wanderup 24:48 (13:25) Ein bisschen zu viel Respekt

29.08.2011, 04:42

Schönebeck (fna). Es war wirklich kein Beinbruch, gegen den Drittligisten HSG Tarp-Wanderup zu verlieren, auch nicht mit einem hohen Rückstand. Zu übermächtig präsentierten sich die Norddeutschen im DHB-Pokal beim Sachsen-Anhalt-Ligisten Lok Schönebeck am Sonnabend. Mit viel Tempo und großer physischer Präsenz bezwangen sie die Gastgeber mit 48:24 (25:13). "Wir hatten wohl zu viel Respekt", schätzte Trainer Dirk Heinrichs ein.

Einen Respekt, der zu erwarten war, der aber schwer abzulegen war, da ihn die Gäste von Beginn an untermauerten. Mit einer körperlichen Robustheit, wie sie in der 3. Liga sicherlich normal ist, gingen sie auch in dieses Pokalspiel. Daran musste sich Lok erstmal gewöhnen, wenn das überhaupt möglich war. Die beiden Referees jedenfalls ließen viele Zweikämpfe weiterlaufen - meist zum Nachteil der Gastgeber.

Auch die offensive 5-1 der Gäste ging energisch zu Werke. "Das ist unser System, damit wollen wir immer den gegnerischen Rückraum unter Druck setzen", erklärte Trainer Kai Nielsen. Und das tat Tarp-Wanderup mit 100 Prozent seiner Leistung. "Wir kannten den Gegner nicht, außerdem müssen wir uns auf den Ligastart vorbereiten." Der erfolgt am Sonnabend beim HSV Hannover.

Die Gäste gewannen also viele Bälle und durften kontern, und das taten sie mit hohem Tempo. "Das ist unsere Spielweise, wir wollen immer schnell agieren", sagte der Coach. Auch nach einem Gegentreffer suchte das Team den Erfolg über die schnelle Mitte, zeigte dabei ein sehr präzises Passspiel, die Bälle wurden teilweise blind geworfen und fanden danach einen Abnehmer. Bereits zur Pause führte das Team deutlich mit 25:13 und baute den Vorsprung bis zum Ende aus.

Natürlich eine herbe Niederlage für die Gastgeber. Zwar "haben wir unser Potenzial nicht abgerufen", doch aus der Bahn wirft sie das Ergebnis sicher nicht. Es gab einige positive Aspekte, auf denen das Team aufbauen sollte. Zum einen war da Sebastian Papendieck, der am Kreis gegen die groß gewachsenen Malte Jessen und Tjark Desler einen schweren Stand hatte, sich aber mehrfach gut in Szene setzte. Einerseits beim Ausblocken für Mario Seifert oder Robert Mennecke, andererseits beim Freilaufen um anspielbar zu sein. Sechs Treffer steuerte der 25-Jährige bei. Zum anderen blieb Mario Seifert neben seinen schwer erarbeiteten Treffern aus dem Feld von der Siebenmeterlinie ohne Fehler.

Gemeinsam mit dem Sieg im Supercup sollte das doch positiv stimmen für die Ligaauftakt am 17. September beim HSV Haldensleben. Dieser Begegnung wird sicherlich ebenfalls mit Respekt begegner, aber es ist eine andere Form.

Lok Schönebeck: Schuster, Weiss - Stark, Seifert (8/4), Grünig (1), Kazmierowski (1), Bauer, Papendieck (6), Schulz, Mennecke (4), Böttcher (5), Engelhardt

Tarp-Wanderup: Moldrup, Schefer - Hansen (2), Jessen (4), Zietz (2), Kobs (4/1), Brüne (10), Desler (6), Tölle (4), Blasczyk (1), S. Petersen (4), Knaack, M. Petersen (9)

Strafwürfe: Schönebeck 4/4 - Tarp-Wanderup 2/1, Zeitstrafen: Schönebeck 0 - Tarp-Wanderup 3