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SV Liesten Nach Leidenszeit bei "70 Prozent“

Sven Komnick ist zurück. Zum ersten mal seit zwei Jahren ist der Angreifer verletzungsfrei.

Von Florian Schulz 18.07.2015, 10:42

Liesten/Kuhfelde l Wenn man Sven Komnick wieder auf dem Platz die Linie hoch und runter laufen sieht, kann man sich genau genommen, ob nun Teamkollege oder Gegner, für den 25-jährigen Fußballer des SV Liesten 22 freuen. Der gelernte Angreifer hat eine gut zweijährige Leidenszeit hinter sich und hofft nun, endlich verletzungsfrei zu bleiben.

Als Sven Komnick im Jahr 2011 zusammen mit Marian Falkenhagen, Michael Piotrowski, Matthias Wiese, Robert Diekmann und Norman Weiß vom SV Eintracht Salzwedel zum SV Liesten 22 wechselte, begann auch die Erfolgsserie seines neuen Vereins. Der SVL schaffte auf Anhieb die Kreismeisterschaft und den Kreispokalsieg, nur ein Jahr später gab es den Staffelsieg in der Landesklasse und erneut den Triumph im Kreispokal zu feiern. Die Schlussphase der letztgenannten Spielzeit erlebte Komnick allerdings verletzungsbedingt nicht mehr auf dem Platz mit. In der folgenden Saison riss das Kreuzband komplett, nach anderthalb Jahren Pause hat sich der Kuhfelder nun wieder zurück im Team gemeldet.

Im Nachwuchs des SV Eintracht Salzwedel genoss Sven Komnick eine gute Ausbildung. Bereits als Vierjähriger startete er 1994 seine Laufbahn in der F-Jugend der Kreisstädter und hörte auf die Kommandos von Trainerin Helga Hilgenfeld. Bis 1996 spielte Komnick für die Eintracht, ehe seine Familie von Salzwedel nach Kuhfelde zog. Beim ortsansässigen KSV spielte der Westaltmärker für vier Jahre in der E-Jugend. Im Jahr 2000 wechselte der Offensivakteur zurück nach Salzwedel. Die Eintracht-Truppe feierte mehrere Kreismeistertitel und Komnick selbst wurde in der D-Jugend Torschützenkönig in der Verbandsliga. Bis in den Männerbereich hielt Sven Komnick den Jeetzestädtern in der Landesliga die Treue, 2011 folgte dann sein Wechsel zum SV Liesten 22, der seinerzeit noch in der Kreisliga beheimatet war. „Es war definitiv die richtige Entscheidung“, resümiert der 25-Jährige. Zweimal hintereinander feierten Komnick und der SVL das Double, bestehend aus Meisterschaft und Pokalsieg.

Doch der erfolgreichen folgte zumindest für Sven Komnick bald eine lange Leidenszeit. Im Juni 2013 spielten die Liestener im Kreispokal-Halbfinale beim SV Germania Zethlingen, als sich Komnick ohne gegnerische Einwirkung das Kreuzband anriss. Die Saison war für den Angreifer natürlich beendet, das Endspiel um den Cup, das man gegen Letzlingen für sich entschied, fand ohne ihn statt. Nach drei Monaten Zwangspause lief der Kuhfelder im September 2013 erstmals im Pokalduell in Jeggau wieder auf. Gerade zurück in der Mannschaft, riss sich der Westaltmärker wenig später im Auswärtsspiel in Gardelegen das Kreuzband komplett. Zudem waren der Meniskus und das Außenband geschädigt. Erneut hatte sich Komnick ohne Fremdeinwirkung verletzt, er war unglücklich umgeknickt. Für den 25-Jährigen bedeutete dies ganze anderthalb Jahre Pause.

Erst im Januar dieses Jahres startete er mit koordinativen Übungen und nahm wieder am Training des SVL teil. Zuvor hatte er sich mit Läufen fit gehalten. „Ich war vorsichtig in Hinblick auf mein Studium“, erklärt Sven Komnick. Der Kuhfelder studiert Sportwissenschaften in Magdeburg. Im März absolvierte Komnick sein erstes Spiel nach langer Pause, ausgerechnet gegen seinen Ex-Verein SV Eintracht Salzwedel. „Es war ein herrliches Gefühl, wieder dabei zu sein. Es war sicherlich ungewohnt, aber es war einfach nur schön“, schildert der 25-Jährige. Der sieht sich nach rund vier Monaten nun wieder bei „60 bis 70 Prozent“. Eine Verstärkung ist er definitiv wieder für die Liestener Mannschaft um Neutrainer Thomas Schulz. Seine Stärken sieht Komnick in der Schnelligkeit und Ausdauer, aber auch in der Technik. „Ich denke, die Mischung passt“, so der Offensivakteur, der allerdings in der Saisonvorbereitung auch auf der rechten Außenbahn in der Viererkette ausprobiert wurde. „Das ist durchaus eine Option mit Sven“, sagt Abteilungsleiter Mario Schulz.

In Liesten fühlt sich Sven Komnick pudelwohl. „Der Verein hat sich überragend gemacht“, fasst Komnick zusammen. Besonders die schnelle Gewöhnung an die Viererkette imponiert dem 25-Jährigen. Der Kader ist in dieser Saison, auch verbunden mit der Rückkehr von Marian Falkenhagen, noch stärker geworden. Das zumindest glaubt der Kuhfelder. Der möchte mit dem SVL in der neuen Saison natürlich wieder weit oben im Klassement der Landesklasse angreifen und nach Möglichkeit mindestens den vierten Rang aus der Vorsaison verteidigen. Was viele Experten sicherlich nicht wissen: Sven Komnick ist nicht nur ein guter Fußballer, sondern auch ein durchaus kompetenter Trainer. Zusammen mit Matthias Mieruch trainiert Komnick die U9 des 1. FC Magdeburg, die in der Stadtklasse der E-Junioren auf Punktejagd geht.

Vom Studium ausgehend musste Sven Komnick seinerzeit ein Praktikum absolvieren. Aufgrund der guten Kontakte zu Felix Schiller und Nick Struy probierte es der Westaltmärker beim FCM. Nach der Anfrage durfte Komnick tatsächlich von Oktober bis Dezember letzten Jahres bei den Landeshauptstädtern arbeiten und kümmerte sich hauptsächlich um Videoanalysen und Ähnliches bei der U14-Mannschaft der Magdeburger. Da er sich wacker in seiner Funktion schlug, wollte der FCM den Kuhfelder halten. Zusammen mit Matthias Mieruch hat Komnick in der Winterpause die U9 der Landeshauptstädter übernommen. Dadurch muss der 25-Jährige natürlich viel zwischen der Westaltmark und Magdeburg pendeln. Während sonnabends die Partien mit dem SV Liesten 22 steigen, coacht Sven Komnick zumeist am Sonntag den jungen Magdeburger Nachwuchs. Den FCM hat Komnick mittlerweile umso mehr in sein Herz geschlossen. „Es macht viel Spaß. Vorher habe ich mich ehrlich gesagt nicht so sehr mit dem Verein beschäftigt, aber ich finde es sehr gut für die Region, dass die Herren den Aufstieg in die 3. Liga geschafft haben“, verrät der Westaltmärker.

Nach seinem Studium würde Sven Komnick gern im Olympia-Stützpunkt in Magdeburg arbeiten und sich dort mit Leistungsdiagnostik befassen. Auch als Trainer hätte Komnick sicherlich nichts dagegen, wenn er weiter für den 1. FC Magdeburg arbeiten dürfte. Als Spieler hat der Kuhfelder mit dem SV Liesten 22 auch noch ein klares Ziel: „Ich würde gern mit dem Team noch einmal in der Landesliga spielen.“ Der wohl größte Wunsch kann aber für den ehrgeizigen Sven Komnick nur lauten: Endlich verletzungsfrei bleiben.